Frankreich, Rotwein, Tasting
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Bordeaux Tasting

September. Und mein Lieblingsweinhändler widmet einen ganzen Monat dem Bordeaux.
Nichts wie hin. Denn Bordeaux, so sagte man mir, ist ganz schwierig.
Ein Land in einem Land, voller Tücken und schäbigem Kopfschmerz-Fussel, -nur ganz wenige (bezahlbare) Exemplare gäbe es, -und die zu finden – noch schwieriger.

Vorbehaltlos gehe ich also an die Sache ran und schaue mir an, wie und ob mir „Bordeaux“ schmeckt.

Denn Bordeaux ist ja keine Traube an sich, -nein. Es ist hauptsächlich die Merlot, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc Traube für Rotwein (ja, auch noch Carmenère, Malbec/Cot sowie Petit Verdot als sogenannte Nebenrebsorten) plus für die Weissweine Sémillon, Sauvignon Blanc und Muscadelle (Nebenrebsorten hier: Colombard, Merlot Blanc, Chenin Blanc, Folle Blanche, Mauzac, Ondenc und Ugni Blanc) die mittels unterschiedlicher Assemblage zueinander finden.

ps. Für Rosés und Clairets dürfen alle roten Rebsorten verwendet werden..

Das an sich bietet ja schier unbegrenzte Möglichkeiten an Geschmackskombinationen, und wenn man denn auch noch Fan der einen oder anderen erwähnten Traube ist, kann man sich schon gut orientieren..

Also setze ich mich an einem verregneten Montagabend in die Kühne Lage und gehe mal die drei ersten offenen Weine aus dem Bordelais durch:

Kuehne Lage

1. Freynelle Rouge 2011, Chateau Freynelle, Entre Deux Mers.

Ein sogenannter „Bordeaux Simple“, also noch kein „Supérieur“ oder was weiss ich was..
Leicht, etwas pelzig im Mund und riecht nach Beeren.. Hat mich noch nicht umgehauen, jedoch habe ich versucht mich vorurteilsfrei heranzutasten, denn wie gesagt, -Merlot und Cabernet sind Trauben die ich noch wenig kenne.. Und gut kommen die beiden noch nicht bei mir an..

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2. Chateau Fontebride Rouge 2011, Graves.

Schon etwas schwerer, -oder besser nicht mehr so leicht. Prickelte angenehm mineralisch und schmeckt nach reifen Geranien und feuchtem Holz.
Spannend finde ich, dass die beiden Weine (Merlot, Cabernet Sauvignon) erst nach separater Lagerung von 8-10 Monaten „gemischt“ werden.

Käseplatte bestellt.

Lecker zu Käse. Bestimmt auch zu Hähnchen. Lecker, -auch wenn noch nicht meins..
Ich sollte jedoch auch die Diversität schätzen lernen, denn dieser Wein ist nicht zu schwer und auch nicht mehr zu leicht. Es dürfte auch jeden Fall eine passende Gelegenheit für ihn geben.

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3. Chateau Lamothe-Cissac 2009, Haut-Médoc.

Dunkel. Aromatisch. Tiefgründig offenbart sich mir dieser Wein nur durch blosses riechen und betrachten der Farbe. Dann nach leichtem schwenken Beeren. Brombeeren und etwas Schokolade, ja sogar der Lakritz darf ich zustimmen.

Dicht im Mund, voller Geschmack und ein langer Abgang. -Bämm! Mein Geschmack.
12 Monate liegt der Gute in Barrique. Etwas liebliches haftet noch an ihm, ist also nicht so aufdringlich wie ihr vermutet.

Auf jeden Fall wird mir langsam warm, ich lausche der Musik. Mit diesem Wein entspannt der Körper, der Abend geht in die Verlängerung, -genau die richtige Zeit für ihn. Und einen Braten? Wildschwein eventuell?

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