Frankreich, Reportage
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Domaine Montirius

Der Besuch eines biodynamischen Weinguts war für mich eine ganz besondere Erfahrung und ein Ort, der mich seitdem nicht mehr loslässt.

Domaine Montirius – Vignoble Bio-dynamique

Die Domaine Montirius liegt wunderschön am Fusse der Dentelles de Montmirail, inmitten der Appellation Vacqueyras, an der südlichen Rhône.

Eric Saurel ist Winzer seit er denken kann. Seine Eltern, Grosseltern und noch weiter zurück bis ins 15. Jahrhundert, produzierten hier Wein. Als er jedoch 1986 zusammen mit seiner Frau Christine das elterliche Gut übernahm, änderte sich einiges. 

Eric wollte schon früh die Qualität der Weine und was seine Reben hergaben verbessern. Also verliess er sich auf sein Bauchgefühl und probierte Neues aus. Nach und nach verzichteten sie auf Pestizide und die Pflanzen dankten es ihnen.

Etwas später wurden sie auf die biodynamische Arbeitsweise aufmerksam und merkten, sie waren auf dem richtigen Weg. 1996 stellte das Gut vollständig auf Biodynamie um und war damit das erste zertifizierte biodynamische Weingut der Appellationen Gigondas und Vacqueyras.

Für Eric Saurel ist Biodynamie eine Grundhaltung. Ein Kreislauf. Geben und nehmen. Ein wunderschöner Ansatz, -der funktioniert. Die Weine der Domaine Montirius sind geschätzt.

Montirius, der Name, abgeleitet aus den Namen seiner Kinder Manon, Justine und Marius, umfasst 58 Hektar Anbaufläche, aufgeteilt in 38 Parzellen. Sie produzieren AOC Gigondas, AOC Vacqueyras in Weiss, Rosé und Rot, AOC Côtes du Rhône sowie Vin de Pays de Vaucluse. Und Eric bezeichnet die Arbeit mit den Reben als würden Sie ihr viertes Kind versorgen.

Die Rebstöcke sind zum Teil 80 Jahre alt, und haben tiefe Wurzeln geschlagen. Nach biodynamischen Prinzipien bewässert Eric seine Reben nicht künstlich, -nein, -sie kommen mit dem was die Natur und das Klima bieten aus. Dabei helfen ihnen sog. Mykorrhizen, (kleine nette Pilze) -die in gesundem Boden natürlich vorkommen-, und sich an die Wurzel der Pflanze binden. Dadurch vermögen die Reben erheblich mehr Nährstoffe und Wasser aus dem Boden zu ziehen, gleichzeitig geben diese kleinen Helfer durch die oberirdisch stattfindende Photosynthese auch wieder Leben an den Boden ab, -ein Kreislauf den mir Eric direkt vor Ort eindrucksvoll demonstriert.

Ein weiteres Experiment ist, auf einer Parzelle unterschiedliche Rebsorten zu kultivieren, um so u.a. auch Mangelerscheinungen vorzubeugen. Würde zB. eine einzelne Parzelle nur mit der Mourvèdre Traube bepflanzt werden, kann es sein, -da Mourvèdre alleine nicht genügend Eisen aus dem Boden beziehen kann, dass Eisenmangel in Form gelber Blätter in Erscheinung tritt. Wächst hingegen eine Reihe weiter Grenache, die durchaus alleine genug Eisen aufnimmt, verbinden sich unterirdisch die oben genannten Mykorrhizen, und verhelfen so der Mourvèdre zu genug Nährstoffen. Zudem entsteht eine weitere, neue Form dieser Pilze an der Wurzel. Ein dynamischer Prozess, so einleuchtend und geheimnisvoll zugleich.

Ich glaube es ist das was mich beim ersten Schluck dieser Weine berührt. Sofort das Gefühl zu haben mit beiden Füssen auf dem Boden zu stehen, die Hitze zu spüren und die würzige Luft einzuatmen.

Ich könnte Eric noch viel länger zuhören, ich bin fasziniert von jedem Arbeitsschritt. Denn im Keller wird es noch komplexer und auch hier sind die Arbeitsschritte ein harmonisch ineinandergreifendes Spiel. Und auch während der zweijährigen Reifung in Zementtanks, der „Nursery“, wie die unterste Ebene des Kellers liebevoll genannt wird, begleiten die Weine Worte, Informationen, liebevoll von Justine – der ältesten Tochter – ihrer Inspiration folgend auf eine Kreidetafel notiert.

Wäre Eric eine Rebe, wäre er eine Bourboulenc. Natürlich in seinem Anbaugebiet. Denn die Bourboulenc, eine alte und oft verkannte Rebsorte die scheinbar nicht richtig ausreife, hat Eric zur Vollendung gebracht, indem er sie ziemlich spät erntet, und sie dadurch voll ausreifen kann. Dem weissen Vacqueyras „Minéral“ beschert sie so zur Hälfte eine wunderbar mineralische Frische.

Montirius ist ein tolles Weingut, eine wunderbar nette Familie und ich bin überaus dankbar, dass ich diesen kurzen Besuch nutzen konnte um Eric und seiner Tochter Manon ein paar Fragen zu stellen. Es ist hier noch längst nicht alles erzählt, -und vielleicht gibt es auch eine Fortsetzung. Die Weine die ich mitgebracht habe werde ich auf jeden Fall mit Freuden geniessen.

Domaine Montirius – Kontakt

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