Deutschland, Reportage
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Ein Abend auf Mallorca. Wine & Dine im Gutshaus Stolpe.

Seit ich diesem Blog betreibe bin ich immer wieder erstaunt und verblüfft zugleich, wie einfach und spontan sich mir neue Ideen und Konzepte auftun, die durch die Leidenschaft zum Wein entstehen.

Die neueste Verbindung zu diesem Thema führte mich zweieinhalb Stunden über die Autobahn Richtung Osten, ins Relais & Château Gutshaus Stolpe, in Stolpe bei Anklam an der schönen Peene, einem der letzten naturbelassenen Flussläufe Europas. Michel Buder, Sommelier des Gutshauses lädt ein:

Ein Abend auf Mallorca. Wine & Dine im Gutshaus Stolpe. 

Das Gutshaus und die umliegenden Gebäude wie Pferdeställe und Wohnhäuser wurden wunderschön renoviert und zu neuen Verwendungszwecken wie Veranstaltungsräume und Gästezimmern umgebaut. Es ist ein riesiges Anwesen, direkt am Fluss gelegen, mit eigenem Anleger. Allein die Hofeinfahrt und das Vorfahren war schon ein Erlebnis.

Michel Buder, ein höchst ambitionierter Sommelier ist kein unbekannter in der Szene. Stationen im Sterne Restaurant „Residence“ in Essen und dem Vier Jahreszeiten in Hamburg belegen dies. Nun im Gutshaus Stolpe, spürt man sein Bestreben nach Perfektion an jeder Ecke.

Diesen Abend widmet er seiner vor zwei Jahren entdeckten Leidenschaft für mallorquinische Weine. Zusammen mit einem neuen Küchenchef, ebenfalls kein unbeschriebenes Blatt in der Sterne-Gastronomie, kreierten die beiden für geladene Gäste und Freunde des Hauses einen Abend ganz im Zeichen der Insel. Fein selektionierte Weine mit perfekt harmonierendem Essen.

Der Abend startet im Heiligtum von Michel Buder und seinem liebstem Aufenthaltsort, dem Weinkeller. Zum Anstossen präsentiert der Gastgeber einen Cava aus dem Hause Castell Miquel. Dazu ein erster Gruss aus der Küche mit Tatar von der Sardine mit Olive und „Pa amb oli“, dem „Brot der Armen“, einer Emulsion von grünen Bohnen mit Sobrasada sowie Crostinis mit Haselnuss und jungem Knoblauch. Michel erzählt wie er die Idee zu diesem Abend hatte und präsentiert den Gästen den neuen Küchenchef. (Dessen Namen wir erst nach seiner offiziellen Ankündigung durch das Gutshaus verraten dürfen ,-)

Zurück im Gutshaus nehmen wir an einer grossen Tafel platz. Zu einem weitern Glas Cava folgt das Amuse-Bouche aus Kaninchenleber, gerösteten Mandeln und Gurke.

Es folgt sogleich der Zweite Wein des Abends, ein „Blanc de Merlot“ aus dem Hause Son Prim, einer relativ kleinen Bodega im Zentrum Mallorcas. Der „Blanc de Merlot“ ist der einzige Weisswein der Bodega und erst noch aus Rotweintrauben weiss gekeltert. Was Michel fasziniert an seiner Zubereitungsmethode ist, dass kleine grüne, also nicht ausgereifte Beeren bei der Ernte mit verarbeitet werden um dem Wein eine feine Säure mitzugeben. Son Prim baut ausschliesslich internationale Rebsorten an, den roten Merlot zB. haben wir hier schon einmal vorgestellt.

Passend dazu aus der Küche ein Melonen Gazpacho mit Pata Negra und gelierten Paprika und Zitronenthymian..

Darauf folgt eine Rarität auf die Michel Buder besonders Stolz ist, und es ihm Gelungen ist wenige Kisten für diesen Anlass zu bestellen. Ein unfiltrierter Weisswein aus 100% Malvasia Trauben der Bodega Conde de Suyrot. Ein tolles Geschmackserlebnis. Auch hier wieder passt die Wahl der Speise hervorragend. Langustino und Kaninchen auf Paella und Knusperreis. Mein Lieblings-Wein und Gang für diesen Abend.

Zwischenzeitlich reicht Michel Buder Fotos herum von seinen Besuchen auf den Weingütern, erzählt Anekdoten von Winzern und Erlebtem. Er redet frei, mit einem gewaltigen Wissen über Regionen, Sub-Regionen, Namen und Ortschaften. Ein Kenner, und einer Leidenschaft die man bestimmt noch öfters erleben wird.

Der Hauptgang, Rücken und Zunge vom Lamm, Nigella Jus, Aubergine und Rosmarin-Baiser wird begleitet von einem ebenfalls speziellen Tropfen, ein Cuvèe aus den besten Lagen des Callet, eine heimische Rebsorte, der Bodegues Anima Negra. Dieser Wein gilt als einer der besten Rotwein der Balearen. Und wahrlich, dem stimme ich zu! Fein strukturiert, angenehme Tannine, Kirsche, Schokolade, und einem schönen Komplexen Abgang in dem man noch lange die südliche Herkunft spürt.

Zur Nachspeise schenkt uns der Gastgeber noch einen süssen Cuvée aus Manto Negro, ebenfalls eine autochtone Rebsorte, Cabernet Sauvignon, Merlot und Shiraz ein. Der Vi negre dolc, der Bodega Macià Batle. Auch hier äusserst lecker aus der Küche gezaubert, karamellisierte Kondensmilch, Sauerampfer, getrocknete Feigen und Manjari Schokolade.

Der Abend neigt sich dem Ende, die Gäste loben Michel Buder für einen wunderbaren Abend und dafür dass er seine Leidenschaft für die nicht jedem bekannten mallorquinischen Weine so grosszügig teilt.

Zum Schluss reicht Michel an der Bar noch einen Schlummer-Gin herum, ebenfalls aus dem Norden Mallorcas aus 11 mediterranen Kräutern zubereitet. Dezente Zitrusnoten und ein blumiges Bukett entfalten sich, und für einige Gäste wird der Abend in den bequemen Salonstühlen noch etwas länger ausklingen…

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